Pressemitteilung vom 25.01.2008
Montag Januar 28th 2008, 1:56 pm
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2500 Studierende, SchülerInnen und ArbeitnehmerInnen demonstrierten heute auf einer landesweiten Demonstration in Hannover gegen die Bildungs- und Hochschulpolitik der Landesregierung.
500 Demonstrierende drangen in die Bannmeile vor dem Landtag ein.

Hannover. Am heutigen Freitag haben insgesamt 2500 Studierende zusammen mit Schülerinnen und Schüler und Gewerkschaftsmitgliedern gegen Studiengebühren und Bildungs- und Sozialabbau demonstriert. Über 500 Demonstrierende sind in die Bannmeile vor dem Landtag eingedrungen, um sich bei den verantwortlichen Politikern Gehör zu verschaffen.

Veranstalterin Friederike Beier, Sprecherin der LandesAStenKonferenz (LAK) wertet die Demonstration als großen Erfolg: “Wir haben heute gezeigt, dass Studiengebühren und der allgemeine Bildungsabbau auf immer mehr Widerstand in der Bevölkerung trifft. Zwei Tage vor der Landtagswahl konnten wir heute ein Zeichen setzen gegen die allgemeine Bildungsungerechtigkeit, die durch Studiengebühren weiter verschärft wird.”

“Deutschland ist schon heute Weltmeister in sozialer Auslese. 83 von 100 Kindern aus Akademikerfamilien, aber nur 23 von 100 Kindern aus Nichtakademikerfamilien studieren. Studiengebühren schrecken noch mehr junge Menschen aus Familien mit geringem Einkommen und ohne akademische Tradition vom Studium ab. Dabei brauchen wir in Zukunft nicht weniger, sondern deutlich mehr qualifizierte Akademikerinnen aus Akademikern”, ergänzt Andreas Keller vom Bundesvorstand der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Auch andere DGB-Gewerkschaften waren anwesend, um ein Zeichen gegen die aktuelle Politik der Landesregierung zu setzen. Dazu Sebastian Wertmüller, DGB-Vorsitzender Niedersachsen-Mitte: “Die zunehmende Privatisierung der Bildung ist kein isoliertes Phänomen, sondern reiht sich ein in die zunehmende Privatisierungen von öffentlichen Aufgaben und Gütern, die mit dem allgemeinen Sozialabbau einhergeht.”

Schülerinnen und Schüler aus der Region Hannover schlossen sich der Demonstration an, um auf die Missstände im deutschen Schulsystem aufmerksam zu machen. Aram Ali vom Landesschülerrat Niedersachsen bemerkt dazu: Die soziale Ungerechtigkeit im Bildungssystem fängt schon in der Schule an. Das dreigliedrige Schulsystem aus Haupt-, Realschule und Gymnasium ist im internationalen Vergleich beispiellos für seine soziale Chancenungleichheit. Wir fordern die Landesregierung dazu auf dieser Ungerechtigkeit ein Ende zu setzen.�

Auf der Abschlusskundgebung an der Marktkirche wurden die Forderungen an die amtierende und neue Landesregierung verkündet. Gefordert wurde die Abschaffung jeglicher Gebühren von der KiTa bis zur Hochschule, die bedarfsgerechte Finanzierung von Bildungseinrichtungen und die Abschaffung der Selektivität des Bildungssystems.

“Bleibt zu hoffen, dass die Wählerinnen und Wähler am Sonntag den aktuellen Bildungsabbau bei der Wahlentscheidung mit berücksichtigen und die neue Landesregierung sich nicht weiter aus der bildungspolitischen Verantwortung zurückziehen wird.” betont Friederike Beier von der LAK, “weitere gemeinsame Aktionen werden andernfalls sicher folgen.”

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